60 jaar pikmeerkruiser

„Friesische Werft hält seit 61 Jahren Kurs dank sorgfältiger Modellpolitik“

INTERVIEW MAGAZINE ‚JACHTBOUW NEDERLAND“

Pikmeerkruiser wurde zu einer ikonischen Motorjacht.

In dem Ort Grou weiß man, wie man mit unterscheidenden Traditionen umgeht. Nehmen Sie zum Beispiel das Sinterklaasfest. Dieses wird hier seit Jahrhunderten im Februar gefeiert, basierend auf dem Gedenktag des heiligen Petrus, dem katholische Schutzpatron der Fischer und Schiffer. Seinen Geburtstag feiern sie in Grou auf moderne Art, ohne ‘Schwarzen Piet’. , denn dieser durfte 2020 zu einer Weltreise aufbrechen.

Eine solch fließende Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart gibt es auch in der seit 61 Jahren bestehenden Jachtwerf De Groot in Grou. Die Stahlwerft ist der Produzent des Pikmeerkruisers, einst ein Boot für jedermann, jetzt eines mit einem Status vergleichbar mit dem teurer Automarken. Ein besonderes Erlebnis.

Offenes Cockpit

Es mag schon sein, dass irgendwo jemand protestiert, wenn behauptet wird, dass Großvater Hendrik de Groot 1963 die stählernen Kajütmotorjacht mit offenem Cockpit erfunden hat. Sein Ziel: die optimale Wassererfahrung und ein weitläufiges Fahrgebiet. Sicher ist, dass seine Erfindung von zahlreichen anderen Werften nachgeahmt wurde, insbesondere in Friesland. Im Kielwasser von Hendriks Erfolg schafften es die zweite Generation Bouwe de Groot und die dritte Generation seiner Nachfolger, die Kinder Hilde (42) und Hendrik (36), das Fahrkonzept auf dem Markt zu halten. Sowohl in der Vergangenheit, als auch heutzutage tun sie das noch immer auf eine Weise, wie es auch Autobauer wie Jaguar und Bentley tun. Und sie gehen sogar noch einen Schritt weiter, denn Auftraggeber dürfen bei jedem Detail der neun offenen Cockpit-Rümpfe – Open Cockpit und Long Roof – Einfluss nehmen. Mit Außnahme von einer Sache: An den eleganten und fließenden Linien, die seit langem typisch für einen Pikmeerkruiser sind, wird nicht herumgebastelt. Wenn Kunden etwas Größeres als eine 50-Fuß-Yacht wollen – 14,95 Meter Länge ist die Grenze – können sie auf Modelle mit Achterkajüte oder Flybridge umsteigen.

 

Holz ist Gold

Durch weitgehende Personalisierung, besonders in den letzten 25 Jahren, ist kein Pikmeerkruiser vom Stapel gelaufen, der dem anderen gleicht. Was sie jedoch alle gemeinsam haben, ist der traditionelle Bau mit modernen Techniken und hochwertigen Materialien, bei denen massives tropisches und europäisches Hartholz für das Interieur am meisten ins Auge sticht. Die teuren Planken liegen in der Tischlerhalle, dem bemerkenswertesten Teil der Werft, direkt neben den im Bau befindlichen Yachten. Der Duft verschiedener Holzarten trägt zu der handwerklichen Atmosphäre bei, in welcher fünf Schiffszimmermänner und -frauen an der Inneneinrichtung der sauber in Reih und Glied stehenden Yachten arbeiten. Der Bau in der Werft istnicht einfach, angesichts der Rundungen und des begrenzten Platzes in der Halle, in welchen die Holzkonstruktionen inklusive technischer Raffinessen Platz finden müssen. Möbelbauer haben es hier viel einfacher. An den Bilderm können Sie erkennen, dass bei uns jeder Kunde seine spezifischen Wünsche hat und unsere Zimmerleute das mit Vergnügen umsetzen. Denn so gibt es keine langweilige Serienarbeit, sondern exklusives Handwerk.

 

 

TRANSPARENZ

„Wir sind sehr transparent, nicht nur auf dem Papier, sondern auch danach.“

Alle Disziplinen

Ein Rundgang durch die Werft zeigt, dass in jeder Abteilungen Experten tätig sind, die im Rahmen ihrer Fachkenntnisse täglich verschiedene Arbeiten umsetzen. Die Familie De Groot ist mit fünfzehn Mitarbeitern nicht nur mit dem Neubau von fünf bis sechs Booten pro Jahr beschäftigt, sondern auch mit Wartung, Winterlagerung in einem Bootshaus, Refits und Yachtmaklerei, natürlich mit Pikmeerkruisern als Spezialität. Für sie ist es unvorstellbar, jemals ohne neue Aufträge und Aufgaben in der Werft zu stehen. In ihren eigenen Bootshäusern auf der anderen Seite des Wassers, der Rjochte Grou, liegen hundert Motorjachten in 15 Meter tiefen Boxen. ” Die Hälfte davon sind Pikmeerkruiser. Seit 1963 wurden davon fast 600 Modelle gebaut. Für die im Bau befindliche rollstuhlgerechte 48’ AFT Cabin, Bau-Nr. 587, liegt das Schneidpaket für Nr. 588, eine 40’ Open Cockpit, bereit.

Sorgeloses Bootsbesitz

Kunden sind natürlich nicht verpflichtet, für Wartung und dergleichen die Werft zu beauftragen, aber die Mehrheit tut es dennoch. Geschäftsführer Hendrik de Groot jr.: “Wir nehmen Bootsbesitzern alle Sorgen ab undmachen es Kunden so einfach wie möglich. Sie bevorzugen unsere eigenen Leute, weil sie die Boote in- und auswendig kennen. Ältere Pikmeerkruiser werden auf Wunsch aufpoliert oder zum Verkauf angeboten und müssen technisch perfekt sein, sowie optisch einwandfrei aussehen. Ein Pikmeerkruiser ist ein Liebhaberboot, auf das man stolz ist und das man hegt und pflegt. Dadurch bleiben sie wertbeständig und es gibt eine dauerhaft große Nachfrage. Ich würde gerne noch zehn gebrauchte Pikmeerkruiser in der Vermittlung haben, aber sie sind nicht verfügbar. Denn die Besitzer fahren oft lange Zeit damit. Und warum auch nicht. Wenn man das Boot gut pflegt, muss es eigentlich kein Ende seines Daseins geben, denn ein Pikmeerkruiser ist traditionell äußerst solide aus den haltbarsten Materialien gebaut: Stahl und Holz. Einige fahren problemlos das ganze Jahr. Zur Feier des 60-jährigen Bestehens im Jahr 2023 kamen die ältesten Baujahre vorbei.

BOOT EINES ENTHUSIASTEN

„Ein Pikmeerkruiser ist das Boot eines Enthusiasten, man ist stolz darauf, man hegt und pflegt es.“

Ikone

Der Pikmeerkruiser ist in einer Welt, in der viele Topmarken verschwunden sind, zu einem ikonischen Schiff geworden. De Groot: “Das ist auch der Grund, warum wir sehr sorgfältig mit der Modellpflege umgehen, aber keinesfalls stillstehen. Nennen Sie es eine evolutionäre Entwicklung, die das Boot stets zeitgemäß hält. So denken wir an eine Sonderedition der Open Cockpit-Serie, ohne die aktuelle Reihe sehr erfolgreicher Open-Cockpit-Modelle zu beeinträchtigen. Es wird wohl ein Augenzwinkern auf das lange Bestehen der Werft sein, denke ich.” Rückblickend konnte sich vor einem halben Jahrhundert jedermann einen Pikmeerkruiser leisten. Aber in den letzten 25 Jahren sind die Bau- und Materialpreise so enorm gestiegen und ausgebildete Fachleute so selten geworden, dass jetzt andere Preisschilder an der Reling hängen. Das ‘Einstiegsmodell’, das 38’ Open Cockpit, geht für vierhunderttausend Euro zu Wasser. Für die 50’ AFT Cabin müssen mindestens 800.000 Euro bezahlt werden. Nicht selten werden Pikmeerkruiser so personalisiert, dass die Baukosten weit über eine Million Euro hinausgehen. Ernsthaftes Geld, wie man in Grou sagt, aber dann hat man auch ein ernsthaftes Boot: “Etwas Einzigartiges.”

Transparenz

De Groot: “Wir sind und bleiben nüchterne Friesen. Wir haben eine enorme Leidenschaft für echtes Handwerk. Wir sind auch sehr transparent, nicht nur auf dem Papier im Angebot, sondern auch danach. Auftraggeber dürfen jederzeit ihr im Bau befindliches Schiff besichtigen. Auch potenzielle Kunden sind immer willkommen, ohne Termin. Das ist hier möglich, weil wir alles selbst an einem Standort machen, wo alles unter Kontrolle ist und wir nichts zu verbergen haben. Diese Offenheit und Zugänglichkeit wird sehr geschätzt, besonders von unseren ausländischen Kunden, und wir haben Kunden in vielen Ländern. Durch politische Bewegungen in der Welt schwankt die Herkunft, aber deutsche Auftraggeber sind derzeit in der Mehrheit. Durch die Teilnahme an Messen wie der Hiswa te Water halten wir auch die Zahl der niederländischen Auftraggeber aufrecht. Insgesamt sind wir mit dem Interesse an einem Pikmeerkruiser sehr zufrieden. Auch unsere neue Website hat zur gesteigerten Aufmerksamkeit beigetragen. Darauf werden alle Modelle übersichtlich und detailliert präsentiert, mit dem zugehörigen Einstiegspreis. Auch das sehen wir als ein Beispiel für Offenheit und Transparenz.”

 

Lieferzeit

Dass laut vielen Werften der Entscheidungsprozess derzeit länger dauert, bestätigt De Groot. “Aber in unserem Fall hat das vor allem mit den vielen Auswahlmöglichkeiten zu tun, die wir Kunden bieten. Und dennoch können wir schnell beginnen, sobald ein Auftrag erteilt ist. Derzeit beträgt die Lieferzeit zwölf bis fünfzehn Monate. An eine Kapazitätserhöhung denken wir jedoch nicht. Dann stößt man auf Probleme, die wir nicht wollen. Jetzt sind Größe, Routing und die vielen angebotenen Einrichtungen schön im Gleichgewicht. Dieses Gleichgewicht zeichnet auch unser Produkt aus.”

Neugierig auf unsere Modelle?

Sind Sie neugierig auf die Pikmeerkruiser Open Cockpit, Flybridge, Long Roof oder AFT Cabin?

Modelle ansehen

INFORMATIONEN ANFORDERN

Wir schicken Ihnen gerne weitere Informationen zu. Bitte geben Sie unten Ihren Namen und Ihre E-Mail-Adresse ein, damit wir Sie kontaktieren können.

Neue Boote

*“ zeigt erforderliche Felder an

Welche Informationen würden Sie gerne erhalten?
Rückruf-Anfrage
X

INFORMATIONEN ANFORDERN

Wir schicken Ihnen gerne weitere Informationen zu. Bitte geben Sie unten Ihren Namen und Ihre E-Mail-Adresse ein, damit wir Sie kontaktieren können.

Gebrauchten Yachten

*“ zeigt erforderliche Felder an

Rückruf-Anfrage
X

INFORMATIONEN ANFORDERN

Wir schicken Ihnen gerne weitere Informationen zu. Bitte geben Sie unten Ihren Namen und Ihre E-Mail-Adresse ein, damit wir Sie kontaktieren können.

Service

*“ zeigt erforderliche Felder an

Rückruf-Anfrage
X

ABONNIEREN SIE UNSEREN NEWSLETTER

X